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Safran
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Der Safran (von arabisch/persisch ŰČŰčÙŰ±Ű§Ù†, DMG zaÊżfarān, ‚Safran‘), wissenschaftlicher Name Crocus sativus, ist eine Krokus-Art aus der Familie der SchwertliliengewĂ€chse. Sie blĂŒht im Herbst violett und wird vor allem als GewĂŒrzpflanze genutzt: Aus den roten Narben ihrer BlĂŒten (den „Griffeln“) wird das ebenfalls Safran genannte GewĂŒrz gewonnen.

Diese Pflanzenart ist eine triploide Mutante des auf den Ă€gĂ€ischen Inseln beheimateten Crocus cartwrightianus.cite-ref-1[1] Sie ist wegen des dreifachen Chromosomensatzes unfruchtbar und kann nur vegetativ durch Knollenteilung vermehrt werden. Die Stammform Crocus cartwrightianus besitzt deutlich kĂŒrzere, aber ebenfalls aromatische Narben.

Contents

‱ Verwendung
‱ Geschichte
‱ Quellen
‱ Literatur
‱ Film
‱ Weblinks

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Beschreibung

Vegetative Merkmale

Es handelt sich um eine mehrjĂ€hrige krautige Pflanze. Wegen der Ă€ußerlichen Ähnlichkeit der Safranknolle mit einer Zwiebel wird Safran fĂ€lschlicherweise oft in die Kategorie der ZwiebelgewĂ€chse eingeteilt, jedoch handelt es sich beim Safran um eine Knollenpflanze. Demnach werden oft auch die Safranknollen selbst genauso unzutreffend als Zwiebeln bezeichnet. Die Safranknolle treibt erst im Herbst, also nach einem KĂ€ltereizcite-ref-2[2] und ĂŒberdauert den Rest des Jahres im Boden.

Generative Merkmale

Jede BlĂŒte enthĂ€lt einen sich in drei Narben verzweigenden Griffel. Die BlĂŒte der Safran-Pflanze ist aus sechs fliederfarbenen PerigonblĂ€ttern aufgebaut, die in der BlĂŒtenröhre mĂŒnden. Jede Safran-Pflanze produziert jĂ€hrlich einen hellgelben Griffel, der sich innerhalb der BlĂŒtenröhre befindet. Dieser hellgelbe Griffel teilt sich am oberen Ende der BlĂŒte in drei bis sechs 2œ–4œ cm lange rote NarbenĂ€ste. Diese NarbenĂ€ste stellen nach der Ernte das fertige SafrangewĂŒrz dar.

Die Chromosomenzahl betrÀgt 3n = 24, selten 16.cite-ref-tropicos-3-0[3]

Anbau und Ernte

Angebaut wird Safran in Afghanistan, Iran, Kaschmir, SĂŒdfrankreich, Marokko, Griechenland (um Kozani),cite-ref-4[4] TĂŒrkei (in Safranbolu), Italien (Sardinien, Abruzzen, Toskana, Piemont) sowie in einigen Regionen Spaniens (La Mancha) und – seit 2006 bzw. 2007 wieder – in Österreich (Pannonischer Safran (Crocus austriacus))cite-ref-5[5]cite-ref-6[6]cite-ref-7[7]cite-ref-8[8]; Wachauer Safran). Ein kleines Anbaugebiet von ca. 18.000 mÂČ existiert im Schweizer Dorf Mundcite-ref-9[9], wo pro Jahr zwischen 1œ und 2 Kilogramm Safran geerntet werden, abhĂ€ngig vom Wetter und den Temperaturen. Seit 2012/13 wird auch in Deutschland wieder Safran angebaut (zum Beispiel auf dem Doktorenhof in Venningen (Pfalz), in Sachsen nahe Dresden (Saxen-Safran), am Schloss Altenburg (ThĂŒringen)cite-ref-10[10]cite-ref-11[11], in Altreetz (Oderbruch in Brandenburg)cite-ref-12[12]cite-ref-13[13] und in Bittenfeld (Baden-WĂŒrttemberg).

„Pro Jahr werden ungefĂ€hr 200 Tonnen Safran produziert. Wenn man nach Produktionsmengen beurteilt, so steht Iran mit ca. 170 bis 180 Tonnen jĂ€hrlich an erster Stelle. Dies macht bis zu 91 % des Marktanteils aus.“cite-ref-14[14]

Um ein Kilogramm der Griffel zu gewinnen, benötigt man etwa 150.000 bis 200.000 BlĂŒten aus einer AnbauflĂ€che von etwa 10.000 Quadratmetern (1 ha); die Ernte ist reine Handarbeit, ein PflĂŒcker schafft 60 bis 80 Gramm am Tag. Hinzu kommt, dass Safran nur einmal pro Jahr im Herbst (und das nur fĂŒr einige Wochen) blĂŒht. Deshalb zĂ€hlt Safran zu den teuersten GewĂŒrzen.cite-ref-15[15]cite-ref-16[16]

Obwohl Safran zu den nachwachsenden Rohstoffen gehört, ist er – je nach Marktentwicklung – mit bis zu 20.000 Euro/kg das teuerste GewĂŒrz und damit Luxusgut, das bis zu 95 % aus Iran kommt. Im Einzelhandel zahlt man zwischen 4 und 30 Euro pro Gramm. Werttreiber sind die PersonalintensitĂ€t (15 PflĂŒcker ernten tĂ€glich 1 kg), Erntedauer (etwa 14 Tage nur im Herbst) und Erntemenge (200.000 BlĂŒten fĂŒr 1 kg StempelfĂ€den).

Verwendung

Die sĂŒĂŸ-aromatisch duftenden Griffel werden getrocknet als GewĂŒrz verwendet.

Safran schmeckt bitter-herb-scharf, was bei normaler Dosierung – anders als der typische Duft – nicht zum Tragen kommt. Er enthĂ€lt Carotinoide, vor allem Crocin, sodass sich mit Safran gewĂŒrzte Gerichte intensiv goldgelb fĂ€rben. Weiter enthĂ€lt er den Bitterstoff Safranbitter, aus dem sich beim Trocknen teilweise der fĂŒr das Safranaroma verantwortliche Aldehyd Safranal bildet. Weitere Aromastoffe sind unter anderem Isophorone.cite-ref-17[17] Bekannte Gerichte mit Safran sind Bouillabaisse, Risotto alla milanese, Lussekatter und Paella. In der persischen KĂŒche werden besonders Reisgerichte gerne mit Safran verfeinert. In Griechenland trinkt man besondere Teemischungen aus Kozani mit Safran.cite-ref-18[18]

Safran muss vor Licht und Feuchtigkeit geschĂŒtzt in fest schließenden Metall- oder GlasgefĂ€ĂŸen aufbewahrt werden, da das GewĂŒrz am Licht schnell ausbleicht und sich das Ă€therische Öl relativ leicht verflĂŒchtigt. Safran wird traditionell auch als Farbmittel eingesetzt; der wasserlösliche Farbstoff Crocetin ist in der Pflanze glycosidisch an das Disaccharid Gentiobiose gebunden; diese Verbindung wird als Crocin (siehe oben) bezeichnet. Bereits Plinius der Ältere erwĂ€hnt Safran als Farbmittel. Es wurde auch eingesetzt, um Goldschriften zu imitieren oder um Zinn oder Silber wie Gold erscheinen zu lassen. In Mischungen mit anderen Pigmenten oder Farbstoffen wird er ebenfalls verwendet. Im Colour Index ist Safran unter der Bezeichnung C.I. Natural Yellow 6 verzeichnet.cite-ref-19[19]

Um den aromatischen Duft zu bewahren, sollte Safran nicht lange gekocht werden. Empfohlen wird, die Narbenschenkel einige Minuten in etwas warmem Wasser einzuweichen und mit der FlĂŒssigkeit gegen Ende der Garzeit dem Gericht zuzugeben. Eine noch intensivere FĂ€rbung erhĂ€lt man, wenn die SafranfĂ€den frisch gemörsert werden.

Medizinische Bedeutung

Safran nimmt in der Medizin des Orients schon seit Jahrtausenden einen wichtigen Stellenwert ein. Die Pflanze ist wegen ihrer medizinischen Wirkung geschĂ€tzt und insbesondere ĂŒber den Safran-Extrakt wird international geforscht.cite-ref-20[20] Studien zeigten einen nervenstĂ€rkenden Effekt von Safran-Extrakt.cite-ref-21[21] Sie zeigten auch, dass Safran bei leichten bis mittelschweren Formen von Depression eine stimmungsaufhellende Wirkungcite-ref-0-22-0[22]cite-ref-23[23] habe, zum Beispiel im Rahmen des PMS,cite-ref-24[24] der (Post)Menopausecite-ref-25[25] und des Babyblues.cite-ref-26[26] Eine Pilotstudie kam zu dem Schluss, dass Safran-Extrakt bei milder und moderater Depression genauso gut geeignet sein kann wie Fluoxetin.cite-ref-27[27]

Laut Hagers EnzyklopĂ€die der Arzneistoffe und Drogen sei die Einnahme von Safran bis 1,5 g pro Tag (oral) fĂŒr Menschen unbedenklich.cite-ref-28[28]

FĂ€lschungen und Ersatzprodukte

Noch heute ist das FĂ€lschen von Safran weit verbreitet: FĂ€lschungen können aus einer Kurkuma-Mischung bestehen. SafranfĂ€den werden auch gefĂ€lscht, aber wer mit Aussehen und Geruch vertraut ist, kann den Unterschied erkennen. Ein einigermaßen sicherer chemischer Nachweis ist das Zugeben von Natron zu einer Lösung von etwas „Safranpulver“: Handelt es sich um reinen Safran, so bleibt die Lösung gelb, enthĂ€lt sie Kurkuma-Anteile, so wird sie trĂŒb und verfĂ€rbt sich rot. Dieser Test war schon vor Jahrhunderten bei den GewĂŒrzhĂ€ndlern ĂŒblich. Er beruht auf den verschiedenen chemischen Eigenschaften der in Safran und Kurkuma enthaltenen Farbstoffe.

Falscher Safran (Saflor) ist eine Bezeichnung fĂŒr die FĂ€rberdistel (Carthamus tinctorius), die frĂŒher zum FĂ€rben von Seide verwendet wurde. Dieses GewĂŒrz fĂ€rbt das Gericht schwĂ€cher als echter Safran (lateinisch Crocus sinceruscite-ref-29[29]) und bringt kein eigenes Aroma ein. Die RöhrenblĂŒten der FĂ€rberdistel lassen sich schon mit bloßem Auge von den fadenförmigen Narbenlappen des Safrans unterscheiden. Beim echten Safran mĂŒssen die Narbenschenkel ungefĂ€hr zwei bis drei Zentimeter lang, trichterförmig eingerollt und oben eingekerbt sein. Die FĂ€rberdistel wurde in Antike und Mittelalter unter den Bezeichnungen crocus ortensiscite-ref-30[30] und crocus ortolanuscite-ref-31[31] auch als schĂ€dliche SĂ€fte abfĂŒhrendes Mittelcite-ref-32[32]cite-ref-33[33] angesehen.cite-ref-34[34]

Safran fĂŒr homöopathische Anwendungen ist im EuropĂ€ischen Arzneibuchcite-ref-35[35] monographiert und enthĂ€lt die gĂ€ngigen Tests auf IdentitĂ€t und Reinheit von Safran.

Zur EindÀmmung von FÀlschungen und Ersatzprodukten sowie zur Erhöhung der Konsumentensicherheit sind QualitÀtskriterien definiert. Merkmale wie FÀrbekraft, Aromakonzentration (Safranal) und Konzentration von Bitterkeit (Picrocrocin) werden zusammengefasst in vier Kategorien unterteilt.cite-ref-36[36] Neben dem internationalen ISO-Standard 3632cite-ref-37[37] gibt es auch nationale Normen.

Trivialnamen

FĂŒr den Safran (lateinisch Crocus und im Deutschen oft synonym mit Krokus) bestehen die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen Chruogo (althochdeutsch), Croc (althochdeutsch), Broze (althochdeutsch), Brugo (althochdeutsch), GewĂŒrzsafran, Kruago (althochdeutsch), Saffaran (mittelhochdeutsch), Saffart (mittelhochdeutsch), Saffaren (mittelhochdeutsch), Safferain (mittelhochdeutsch), Safferen (mittelhochdeutsch), Safferon (mittelhochdeutsch), Safferntblume (Bern), Saffran (mittelhochdeutsch), Saffrat (mittelhochdeutsch), Saffrath (mittelhochdeutsch), orientalischer Safran (lateinisch Crocus orientalis fĂŒr aus dem SĂŒden und dem Orient bezogener Safrancite-ref-38[38]), Safrich (schwĂ€bisch), Schaffner (mittelhochdeutsch), Seydfarb (mittelhochdeutsch), Sintvarwe (althochdeutsch), Soffraen (mittelhochdeutsch) und Suffran (mittelhochdeutsch).cite-ref-39[39]

Geschichte

Die Nutzung von Safran ist in Fresken der minoischen Kultur im ÄgĂ€israum bereits vor 3600 Jahren bezeugt; die Entstehung der Art kann durch pflanzengenetische Untersuchungen in Attika lokalisiert werden.cite-ref-40[40]cite-ref-41[41] Im Mittelmeerraum gehandelt wurde Safran unter anderem durch die Phönizier, die ihn als Heil- und GewĂŒrzmittel verwendeten. Schon in der Antike war er ein Luxusartikel. Auf das FĂ€lschen oder Verschneiden von Safran standen hohe Strafen.

Im Alten Orient gehörten mit Safran gefĂ€rbte oder zumindest safrangelbe KleidungsstĂŒcke zum Herrschergewand. Diese besondere kulturelle Bedeutung wurde mehrfach in der griechischen Mythologie aufgenommen und weitergefĂŒhrt. So soll der Ilias des Homer zufolge unter dem Ruhelager des Zeus und der Hera Safran gewachsen sein.cite-ref-42[42] FĂŒr Dionysos, Iason, den frischgeborenen Herakles, vor allem aber fĂŒr Göttinnen und Herrscherinnen sind in den griechischen Mythen safrangelbe KleidungsstĂŒcke bezeugt.cite-ref-43[43]

Homer berichtete, dass jeder geforderte Preis fĂŒr Safran bezahlt wurde. Im Mittelalter wiederum war er dreimal so teuer wie Pfeffer.cite-ref-44[44] In vielen Kulturen war es Brauch, den Hochzeitsschleier mit Safran gelb zu fĂ€rben. Reiche Römer streuten SafranfĂ€den auf ihre Hochzeitsbetten.

Mit Safran wurden Salben, Arzneipflaster (oxycroceum, mittellateinisch auch oxicroceum und oxicrocium: Essig-Safran-Pflaster, das besonders bei KnochenbrĂŒchen verwendet wurdecite-ref-45[45]cite-ref-46[46]), Balsame und Duftöle zubereitet und Speisen gewĂŒrzt, ĂŒber deren intensives Aroma neben Marcus Tullius Cicero unter anderem Titus Petronius in der Cena Trimalchionis berichtet: omnes enim placentae omniaque poma etiam minima vexatione contacta coeperunt effundere crocum, et usque ad os molestus umor accidere („Alle Kuchen und alle Äpfel fingen, wenn man sie auch nur ganz sanft berĂŒhrte, an, Safranwasser zu verspritzen, bis uns die unangenehme FlĂŒssigkeit im Gesicht traf.“). Er diente, wie Plinius der Ältere vermerkt, als Arznei und Weinzusatz, Kaiser Elagabal soll bevorzugt in mit Safran vermischtem Wasser gebadet haben. Der noch im 20. Jahrhundert unter anderem bei Quetschungen und BindehautentzĂŒndungen eingesetzte Safran galt bereits bei den Römern als Mittel bei allen EntzĂŒndungen, insbesondere solchen der Augen.cite-ref-47[47]

Als im Rahmen der Islamischen Expansion im FrĂŒhmittelalter der Handel im Mittelmeerraum unter arabische Kontrolle geriet, wurden die bisherigen griechischen ÎșρόÎșÎżÏ‚ und lateinischen Crocus sativus Bezeichnungen fĂŒr den Safran durch das arabische „zaÊżfarān“ ersetzt, von dem das Wort fĂŒr die Pflanze in den meisten europĂ€ischen Sprachen herstammt.

In Spanien und SĂŒdfrankreich wird seit dem 13. Jahrhundert angebaut und gelangte wie der in Italien erzeugte in den europĂ€ischen Handel.cite-ref-48[48]cite-ref-49[49] In Italiencite-ref-50[50] ist der Safrananbau seit dem 13., in Deutschland seit dem 15. Jahrhundertcite-ref-51[51] belegt. Zur EindĂ€mmung des Imports von FĂ€lschungen erfolgte im Sinne einer ArzneimittelprĂŒfung eine Kontrolle durch amtliche Safranschauer, wie sie in NĂŒrnberg seit 1357 nachweisbar sind.cite-ref-52[52]

Freiherr Henman von Bechburg ĂŒberfiel 1374 im Weiler St. Wolfgang bei Balsthal einen Transport von Basler Kaufleuten und erbeutete unter anderem einige Zentner kostbaren Safrans, was den „Safrankrieg von Balsthal“ auslöste.cite-ref-53[53]

In LĂ€ndern des spĂ€tmittelalterlichen Europa wurde die Arzneidroge Safran vor allem aus Italien und Spanien importiert, seltener der in Iran und in der TĂŒrkei kultivierte.cite-ref-54[54]

Mittelalterlichen und neuzeitlichen Anekdoten bzw. Berichten zur berauschenden Wirkung des Safrans, die sich seit der Antike in medizinischer und botanischer Literatur finden, verdanken sich die Wendungen in sacco croci dormivit („Er hat auf einem Sack Safran geschlafen“), crocum edisse („Safran gegessen haben“) und das in der französischen Volkssprache des Mittelalters belegte, sprichwörtliche Le fol na que faire de saffren, in seiner lateinischen Fassung croco stultus non eget („Der Dumme/Irre/Narr braucht keinen Safran <mehr>“). Dadurch wird ein sehr ausgelassenes, â€šĂŒbergeschnapptes‘ Verhalten bezeichnet, das an das unter dem Einfluss hoher Dosen Safran Stehender erinnern soll. So schreibt Peter Lauremberg (1585–1639) in seinem Apparatus plantarius:

Johann Ferdinand Hertodt von Todenfeld verfasste im 17. Jahrhundert mit der Crocologia seu curiosa Croci Regis vegetabilium enucleatio ein umfangreiches Werk, das unzÀhlige pharmazeutische Rezepte zur Behandlung diverser Krankheiten von Durchfall, Wassersucht bis zur Hypochondrie durch die Safranpflanze versammelt.cite-ref-56[56]

Dem Kinderlied Backe, backe Kuchen zufolge ist Safran eine von sieben unerlĂ€sslichen Zutaten guten Kuchens, den er gelb fĂ€rbe. Der Text geht auf ein „Mus“-Rezept des 15. Jahrhunderts mit derselben Beschreibung der Zutaten zurĂŒck.

In ThĂŒringen ist seit dem 15. Jahrhundert der Safrananbau belegt.cite-ref-57[57]cite-ref-58[58] Ab dem 16. Jahrhundert bekam die Safrangewinnung im englischen Saffron Walden eine große Bedeutung.cite-ref-59[59]

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Österreich das Anbauzentrum Mitteleuropas. Der Safran höchster QualitĂ€t wurde auch als CrĂłcus austriacus bezeichnet.cite-ref-60[60]

Quellen

‱ Antike: Dioskurides 1. Jh.cite-ref-61[61] --- Plinius 1. Jh.cite-ref-62[62] --- Galen 2. Jh.cite-ref-63[63]
‱ Arabisches Mittelalter: Avicenna 11. Jh.cite-ref-64[64] --- Constantinus Africanus 11. Jh.cite-ref-65[65] --- Circa instans 12. Jh.cite-ref-66[66] --- Pseudo-Serapion 13. Jh.cite-ref-67[67] --- Ibn al-Baitar 13. Jh.cite-ref-68[68]
‱ Lateinisches Mittelalter: Konrad von Megenberg 14. Jh.cite-ref-69[69] --- Herbarius Moguntinus 1484cite-ref-70[70] --- Gart der Gesundheit 1485cite-ref-71[71] --- Hortus sanitatis 1491cite-ref-72[72]
‱ Neuzeit: Otto Brunfels 1537cite-ref-73[73] --- Hieronymus Bock 1539cite-ref-74[74] --- Leonhart Fuchs 1543cite-ref-75[75] --- Mattioli / Handsch / Camerarius 1586cite-ref-76[76] --- Peter Lauremberg 1632cite-ref-77[77] --- Nicolas LĂ©mery 1675/1754cite-ref-78[78] --- Nicolas LĂ©mery 1699/1721cite-ref-79[79] --- Onomatologia medica completa 1755cite-ref-80[80] --- William Cullen 1789/90cite-ref-81[81] --- Jean-Louis Alibert 1805/05cite-ref-82[82] --- Hecker 1814/15cite-ref-83[83] --- Orfila / HermbstĂ€dt 1815/1819cite-ref-84[84] --- Pereira / Buchheim 1846/48cite-ref-85[85] --- Rademacher 1841/1818cite-ref-86[86] --- Theodor Husemann 1883cite-ref-87[87] --- Bentley / Trimen 1880cite-ref-88[88] --- Wolfgang Schneider 1974cite-ref-89[89]

Historische Abbildungen

Literatur

‱ Luise Bardenhewer: Der Safranhandel im Mittelalter. Philosophische Dissertation Bonn 1914.
‱ Rita Henss: Safran. Mandelbaum, Wien 2017, ISBN 978-3-85476-541-7.
‱ Heidrun Janner: Safran – CrĂłcus sativus: historische, soziokulturelle, phytochemische, ökonomische und anbautechnische Aspekte einer alten Kulturpflanze. Dipl. Arb., Univ. fĂŒr Bodenkultur, Wien 1998.
‱ Moshe Negbi: Saffron – Crocus sativus L. Harwood Acad.Publ., Amsterdam 1999, ISBN 90-5702-394-6.
‱ Ferdinand Orth: Safran. In: Paulys RealencyclopĂ€die der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band I A,2, Stuttgart 1920, Sp. 1728–1731.
‱ Heike E. Sunder-Plassmann: Safran – Crocus sativus Linnaeus var. culta autumnalis; Phytologie, Inhaltsstoffe, Produktion, Verarbeitung, Verwendung, QualitĂ€t, Vermarktung. Dipl.Arb., Univ. Wien, Wien 2005.
‱ Maria Tscholakowa: Zur Geschichte der medizinischen Verwendung des Safran (Crocus sativus). In: Kyklos. Jahrbuch fĂŒr Geschichte und Philosophie der Medizin, Band 2, 1929, S. 179–190.
‱ Elisabeth Vaupel: GewĂŒrze – Acht kulturhistorische Kostbarkeiten. Deutsches Museum, MĂŒnchen 2002, ISBN 3-924183-85-6.

Film

‱ Zu Tisch in den Abruzzen. Dokumentarfilm, Deutschland, 2004, 26 Min., Buch und Regie: Wilma Pradetto, Produktion: ZDF, Inhaltsangabe von arte.
‱ Wo der Pfeffer wĂ€chst – Auf den Spuren der GewĂŒrze (3/3) Safran und Vanille (The Spice Trail – Vanilla And Saffron). Dokumentarfilm, Großbritannien 2011, 45 Min., Original-Erstausstrahlung: 3. MĂ€rz 2011 BBC Two, deutsche Erstausstrahlung: 15. September 2012 ZDFneo
‱ Roter Duft. Dokumentarfilm, 2017, Buch und Regie: Esmail Rezai, Produktion: Daniela Staerk (Esifilm production).cite-ref-92[92]

Weblinks

Commons

: Safran

– Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Wiktionary: Safran

– BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

‱ Safran. auf FloraWeb.de
‱ Crocus sativus L., Karte zur Verbreitung in der Schweiz In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora.
‱ Thomas Meyer: Datenblatt mit BestimmungsschlĂŒssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Website: Blumen in Schwaben)
‱ Gernot Katzers GewĂŒrzseiten
‱ Safran – das rote Gold der Sarden. Eine Reportage aus San Gavino, Sardinien
‱ Lila GewĂŒrzberg. Safran in Mund im Wallis, Die Welt, 13. Oktober 2007
‱ Christoph Spangenberg: Safran aus Afghanistan. In: Tagesspiegel. 26. Januar 2011 (Online).
‱ Dresdner Biologen entschlĂŒsseln Herkunft des Safran-Krokus

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Thomas Schmidt, Tony Heitkam, Susan Liedtke, Veit Schubert, Gerhard Menzel: Adding color to a century-old enigma: multi-color chromosome identification unravels the autotriploid nature of saffron (Crocus sativus) as a hybrid of wild Crocus cartwrightianus cytotypes. In: New Phytologist Band 222, Nummer 4, Juni 2019, S. 1965–1980, ISSN 1469-8137, DOI:10.1111/nph.15715.
cite-note-22. ↑ Safran: Königliches GewĂŒrz aus dem Marchfeld orf.at, 6. November 2023, abgerufen am 6. November 2023.
cite-note-tropicos-33. ↑ Tropicos. [1]
cite-note-44. ↑ Krokos Kozanis – Cultivation and Trading of Red Saffron. Abgerufen am 15. MĂ€rz 2021 (amerikanisches Englisch).
cite-note-55. ↑ Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft fĂŒr Geschichte der Pharmazie, Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 140.
cite-note-66. ↑ Pannonischer Safran. Eintrag Nr. 185 im Register der Traditionellen Lebensmittel des österreichischen Bundesministeriums fĂŒr Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft. abgerufen am 14. Februar 2013.
cite-note-77. ↑ Moriz Kronfeld: Vergangenheit und Gegenwart des niederösterreichischen Safranbaues. In: BlĂ€tter des Vereins fĂŒr Landeskunde von Niederösterreich. Neue Folge. Band 26, 1892, S. 69–75.
cite-note-88. ↑ Emil Karl BlĂŒmml: Aus der Vergangenheit des niederösterreichischen Safranbaues. In: Zeitschrift fĂŒr Volkskunde. 10, 1900, S. 340 f.
cite-note-99. ↑ Munder Safran (Memento vom 5. Dezember 2012 im Internet Archive).
cite-note-1010. ↑ www.altenburger-safran.de
cite-note-1111. ↑ Jakob Strobel y Serra, Heiteres Leben, glĂŒcklicher Tod: Safran ist ein wahrer Wunderstoff, der auch Schwermut und Übellaunigkeit vertreibt – und jetzt wieder mitten in Deutschland angebaut wird, In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 22. April 2022
cite-note-1212. ↑ Fahlberg Safran. Abgerufen am 30. Januar 2023.
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cite-note-902. Übersetzung des Textes durch Franz Unterkircher. Tacuinum sanitatis 
 Graz 2004, S. 79: Krokus. warme und trockene Komplexion im ersten Grad. Vorzuziehen: im Garten gewachsener, roter, orientalischer. Nutzen: erfreut das Herz und tut einem kalten Gehirn gut. Schaden: erzeugt Ekel. VerhĂŒtung des Schadens: mit Quittensaft oder scharfem WĂŒrzwein. Was er erzeugt: gutes, feines Blut, das jedoch scharf ist. ZutrĂ€glich fĂŒr Menschen mit kalter Komplexion, fĂŒr Greise, im Winter und in nördlichen Gegenden.
cite-note-913. Nach Hermann Fischer (Mittelalterliche Pflanzenkunde. MĂŒnchen 1929, S. 85) stellt die Abbildung zum Kapitel „Crocus saffran“ im Gart der Gesundheit das Gewöhnliche Greiskraut (Senecio vulgaris) dar.
cite-note-9292. ↑ blogspot.de. Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=KPQfhbQsEpk